Hintergrund
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     WORMS/MAINZ Am 9. Oktober sind es genau 100 Tage, seit die neue Wormser Landtagsabgeordnete der CDU Stephanie Lohr heißt. Mitten in der aktuellen Legislaturperiode, die noch bis 2021 läuft, war die junge Politikerin am 1. Juli eingestiegen, genauer: nachgerückt für den langjährigen Abgeordneten Adolf Kessel, den die Wormser zu ihrem neuen Oberbürgermeister gewählt haben. Für Stephanie Lohr war es also buchstäblich eine Berufung, zumindest ein Ruf, der sie in den Landtag gebracht hat. Inzwischen ist sie dort voll angekommen.

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    CDU und SPD haben vor dem Wormser Lutherdenkmal in feierlichem Rahmen den „Worms-Plan“ unterzeichnet. „Das neue Worms“, wie auch der Titel des 35-Seiten starken Dokuments heißt, soll bürgernäher, kinderfreundlicher und transparenter werden. Der besondere Ort, an dem der Vertrag öffentlich unterschrieben wurde, steht in den Augen der Koalitionäre für Reformation, Umdenken und Überzeugungskraft – Begriffe, die symbolisieren sollen: Es geht um einen Neuanfang.

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    Unter folgendem Link/ im unteren Bereich dieses Beitrags kann der Worms-Plan im Wortlaut heruntergeladen werden.

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25.11.2013
Wormser Tagesmütter im Gespräch mit CDU-Stadtratsfraktion
Anderes Entlohnungs-Modell, bessere soziale Absicherung und mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Tagesmüttern gewünscht / Verschiedene politische Ebenen angesprochen
WORMS Ein einfaches Entlohnungs-Modell, das mehr dem tatsächlichen Betreuungsaufwand entspricht und den höheren Aufwand zu den Randzeiten besser berücksichtigt, mehr soziale Absicherung und die Möglichkeiten zur engeren Zusammenarbeit zwischen Tagesmüttern – diese drei Wünsche haben Wormser Tagesmütter, die im Kinder-Tagespflegeverein organisiert sind, der CDU-Stadtratsfraktion genannt. Die Christdemokraten hatten den Verein, dem mehr als 30 der rund 50 Tagesmütter in Worms angehören, zum Gespräch eingeladen, um über deren Sorgen zu sprechen.
Die Vorsitzende des Kinder-Tagespflegevereins, Beate Schmitt (5.v.links), erläutert dem bildungspolitischen Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, Raimund Sürder, der Vorsitzenden der Wormser Frauen Union, Heidelinde de Haas, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden de
Die Wünsche richteten sich an verschiedene politische Ebenen. CDU-Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin, Heidelinde de Haas, die auch Vorsitzende der Wormser Frauen Union ist, Landtagsabgeordneter Adolf Kessel und der bildungspolitische Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, Raimund Sürder, dankten den Teilnehmern für das offene Gespräch.  Raimund Sürder fasste zusammen: „Wir haben viel gelernt“ und Dr. Karlin versprach: „Wir werden versuchen, wo sich etwas bewegen lässt“.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt, speziell dem Jugendamt (Kommunikation, Ausbau der Tagespflege, Förderung der Qualität in Form von Fortbildungen) und unter den Tagesmüttern laufe in der Praxis hervorragend, wie Vorsitzende Beate Schmitt, Annemarie Bizai, Dirk Dörsam und Beate Ince vom Verein unisono bestätigten. Insgesamt, so hieß es, sehe man sich auch in der Lage, den derzeitigen Bedarf zu decken. Allerdings nehme die Nachfrage nach Betreuung in den Randzeiten zu, ebenso der Elternwunsch, dass die Kinder abgeholt und gebracht werden.
Bei allen drei Wünschen konnten die Vereinsmitglieder Lösungen nennen, die anderswo in der Praxis auch tatsächlich funktionieren: So fordert der Verein einen Stundensatz von 4,50 Euro pro Kind – dem derzeitigen Abrechnungsmodell nach komme man im Durchschnitt nur auf 3,80 Euro. Zum Vergleich nennt der Verein den Stundensatz von rund fünf Euro im Kreis Bingen, Rhein-Pfalz-Kreis und Alzey.  Ein Problem sieht Schmitt in der Staffelung der Vergütung: „Auch bei der neuen Berechnung der Pauschalabrechnung kommt es zu einigen Ungerechtigkeiten, da in der Mehrzahl der Abrechnungsfälle die 4,50 Euro, die laut Tabelle des Jugendamts vorgesehen sind,  nicht erreicht werden“. Die Pauschalabrechnung sei sinnvoll, sagte Schmitt, jedoch sei es wünschenswert, wenn die in der Berechnung ermittelten Nettostunden mit dem Satz von 4,50 multipliziert werden.
Ein zweiter Wunsch heißt bessere soziale Absicherung – Tagesmütter gelten als Selbständige, der Umsatz lässt jedoch keine großen Rücklagen zu. Vor allem im Krankheitsfall, aber auch schon beim Urlaub kann es eng werden. Urlaub, der in Zeiten außerhalb des festgelegten Zeitraums genommen wird, kann die Tagesmütter richtig Geld kosten: Denn Eltern dürfen ihre Kinder während dieser Zeit von einer anderen Tagesmutter betreuen lassen – und das muss dann von der „Stamm-Tagesmutter“ bezahlt werden. „In Hessen ist dies nicht der Fall“, hieß es. Wirtschaftlich gefährlich sei längere Krankheit: „Gerade allein erziehende Mütter können dann zu Hartz IV Fällen werden“, beschreibt Beate Schmitt.  Adolf Kessel, der auch Landesvorsitzender der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft ist, dem Arbeitnehmerflügel der CDU, sagte: „Ideal wäre ein Angestellten-Verhältnis, etwa über einen Trägerverein“, wobei auch ein solcher Verein auf Zuschüsse angewiesen sei. Annemarie Bizai sagte, in Österreich seien Tagesmütter tatsächlich auf diese Weise angestellt.
Schließlich wünschen sich die Tagesmütter auch mehr Möglichkeiten der Kooperation, etwa um Kinder in gemeinsam genutzten Räumen betreuen zu lassen, wie dies ebenfalls in Hessen möglich sei.
Ferner wird von den Tagesmüttern als nachteilig angesehen, dass Kinder ab zwei Jahren sofort wechseln müssen, wenn ein Kindergartenplatz in zumutbarer Nähe frei wird. Diese Praxis sei nicht zum Wohl des Kindes, weil es aus der Gruppe herausgerissen werde und sich neu eingewöhnen müsse und weil der dadurch frei werdende Platz zunächst unbesetzt bleibt. Dies bedeute Verdienstausfall für die Tagesmutter und schränke die Wahlfreiheit der Eltern ein.
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