Hintergrund
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     WORMS/MAINZ Am 9. Oktober sind es genau 100 Tage, seit die neue Wormser Landtagsabgeordnete der CDU Stephanie Lohr heißt. Mitten in der aktuellen Legislaturperiode, die noch bis 2021 läuft, war die junge Politikerin am 1. Juli eingestiegen, genauer: nachgerückt für den langjährigen Abgeordneten Adolf Kessel, den die Wormser zu ihrem neuen Oberbürgermeister gewählt haben. Für Stephanie Lohr war es also buchstäblich eine Berufung, zumindest ein Ruf, der sie in den Landtag gebracht hat. Inzwischen ist sie dort voll angekommen.

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    CDU und SPD haben vor dem Wormser Lutherdenkmal in feierlichem Rahmen den „Worms-Plan“ unterzeichnet. „Das neue Worms“, wie auch der Titel des 35-Seiten starken Dokuments heißt, soll bürgernäher, kinderfreundlicher und transparenter werden. Der besondere Ort, an dem der Vertrag öffentlich unterschrieben wurde, steht in den Augen der Koalitionäre für Reformation, Umdenken und Überzeugungskraft – Begriffe, die symbolisieren sollen: Es geht um einen Neuanfang.

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    Unter folgendem Link/ im unteren Bereich dieses Beitrags kann der Worms-Plan im Wortlaut heruntergeladen werden.

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02.05.2019
Schreiben nach Gehör fordert erstes Opfer -- Oder: Wie die Kran zur Politik kam
„Ja, das ist immer noch eine Herausforderung, rhoihessisch und das westfälische Dehnungs-E, da stoßen zwei Welten aufeinander“. Petra Graen, die mit dem Dehnungs-E im Nachnamen, schmunzelt. „Irgendwann haben wir aufgegeben, die Rhoihessen hinsichtlich Aussprache und Schreibweise zu missionieren. Besonders drollig sind die Situationen, wenn der Gegenüber den Namen halbwegs richtig ausgesprochen hat, ihn dann aber plötzlich geschrieben sieht und schlagartig von „Kran“ auf „Grän“ wechselt. Wenn ich dann höre, dass das Schreiben nach Gehör als ernsthafte Methode für die Grundschule in Erwägung gezogen wird, bin ich einfach nur fassungslos, eine absurde Idee.“ Womit wir beim Thema wären.
Die Schulcontainer, mit denen alles begann, stehen heute noch.
„Ja genau! Wie bei vielen, begann auch bei mir der Einstieg in die Politik mit persönlicher Betroffenheit. Und es hatte natürlich was mit Schule zu tun und den Grundrechenarten.“ Sie schmunzelt wieder. „Im Jahr 1993, ein halbes Jahr vor Einschulung unserer ältesten Tochter wurden wir und die übrigen Eltern informiert, dass die Erstklässler nicht in Herrnsheim eingeschult werden können, sondern per Schulbus auf verschiedene andere Vororte verteilt werden sollten.“ „Was war passiert? Beim Vergleich der Anmeldezahlen für die Grundschule mit der Zahl vorhandener Stühle, eine Aufgabe im zweistelligen Zahlenraum, stellte man fest, es gibt eine Differenz. Immerhin passierte das nicht erst am Tag der Einschulung.“ Und dann haben Sie Betttücher bemalt und sind mit ihren Kindern vors Rathaus gezogen und haben eine „#-Gruppe“ gegründet? „Früher hat man nach Lösungen gesucht, statt zu lamentieren. Ziemlich schnell wurde unter den betroffenen Eltern die Idee der Bürocontainer geboren, vor 25 Jahren standen die noch nicht an jeder Ecke rum, und ziemlich bald hatten wir zwei gebrauchte Container aufgetan. Wenigstens den Transport hat die Stadt bezahlt.“ Sind das die Container, die heute noch auf dem Schulhof stehen? „Ja genau, nichts ist beständiger als das Provisorium. Nachdem ein neues Schulgebäude hochgezogen worden war, haben wir die Betreuende Grundschule gegründet und in den Containern nachmittags die Kinder betreut. Von hier bis zur aktiven Mitarbeit in der CDU war es nur noch ein kleiner Schritt.“ Herzlichen Dank für das Gespräch, Frau Grän, äh… Graen.


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