MdL Stephanie Lohr: Der Wormser Wald braucht Hilfe!

Auf Initiative von MdL Stephanie Lohr unternimmt CDU-Stadtratsfraktion Waldexkursion mit Förster und Fachleuten / Göttel: Sind mitten im Klimawandel

30.01.2020
Der Leiter des Rheinhessischen Forstamts, Wolfgang Vogt, und MdL Stephanie Lohr bei der Waldexkursion. Foto: Jens Kowalski
Der Leiter des Rheinhessischen Forstamts, Wolfgang Vogt, und MdL Stephanie Lohr bei der Waldexkursion. Foto: Jens Kowalski

 WORMS „Der Wald ist klimakrank!“, warnt die Landtagsabgeordnete und Wormser CDU Vorsitzende Stephanie Lohr. „Und auch unser Wormser Wald braucht Hilfe!“. Lohr ist im Landtag Mitglied des Umweltausschusses und eng dem Thema vertraut. Laut Waldzustandsbericht, den Lohr in diesen Tagen auf dem Tisch bekommen hat, sind landesweit vier von fünf Bäumen geschädigt. „Ein Höchstwert“, warnt Lohr und fordert: „Die Rettung unserer Wälder muss auf breiter Front Spitzenthema werden!“.

 In der rheinland-pfälzer CDU Fraktion ist diese Position bereits vor fast einem halben Jahr in der Klausurtagung Maria Laach verankert worden. Eine ganze Reihe CDU-Forderungen sind daraus entstanden, etwa: „Vier Millionen Bäume für vier Millionen Rheinland-Pfälzer“.
Nun richtet Lohr den Blick auf Worms: Wie sieht die Schadenslage aus? Was können wir vor Ort tun? Auf Lohrs Initiative hin gab es eine Waldexkursion mit Fachleuten (Lohr: „Wir müssen genau wissen, wo wir stehen“). Stephanie Lohr und Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion unternahmen eine zweistündige Tour durch den Wormser Wald mit dem Leiter des Rheinhessischen Forstamts, Wolfgang Vogt, Förster Rolf Göttel, sowie dem Abteilungsleiter Grünflächen und Gewässer, Dieter Rauh und dessen Stellvertreter, Erich Kulling. Auch OB-Adolf Kessel nahm teil.
 Lohr brachte eine Reihe von Vorschlägen ein und will unter anderem prüfen lassen, ob es möglich ist, eine Stiftung zugunsten des Wormser Waldes zu gründen. „Die Bereitschaft der Bürger, sich bei diesem Thema zu engagieren, ist groß!“, sagte Lohr. Dies habe sie als Reaktion auf ihren Aufruf zu Baumspenden und ihre eigene Baumspende selbst erfahren. Die Fachleute bestätigten die positive Bereitschaft zu Baumspenden bei den Wormsern.
Förster Göttel warnte während des Rundgangs: „Wir sind mittendrin im Klimawandel“. Das zweite trockene Jahr in Folge habe den Wäldern massiv zugesetzt. Zwar habe man im Wormser Waldrevier Glück im Unglück. „Wir müssen keine Kahlflächen beklagen“. Aber Vorsicht sei geboten. In Worms verteile sich der Baumbestand auf einem großen Areal entlang öffentlicher, gut besuchter Flächen. Kranke Bäume böten da ein Risiko – wenn sie ihre Stabilität verlören und ohne Vorwarnung umstürzten, werde es schnell gefährlich.
Wie Göttel ausführte, sind zwei Baumarten in Worms als Folge der beiden Hitzeperioden besonders betroffen: die Esche, die etwa ein Drittel des Bestands ausmacht und der Ahorn, zu dem etwa jeder vierte Baum zählt. Bei geschwächten Eschen infizieren Pilzporen zunächst die Blätter und wachsen dann in die Triebe und Zweige ein – Rinde und Holz sterben ab. Dem Ahorn hingegen macht die Rußrindenkrankheit zu schaffen. Dabei reifen an der Rindenoberfläche Pilzsporen heran und geben dem Stamm den Anschein, als wäre er mit Ruß überzogen. „Mittel dagegen gibt es nicht – wir können nur beobachten“, hieß es von den Experten.
Die Experten halten den Wormser Wald allerdings auch für widerstandsfähig, was sich etwa an der guten Waldverjüngung zeige. Positiv wirke sich auch die Vielfalt der Baumarten aus. Nahe des alten Pumpwerks zeigte Göttel einen Baum, an dem die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Käferart „Großer Eichenbock“, heimisch geworden ist.  Die zunehmenden Wetterkapriolen machen den Experten jedoch Sorgen. Zehn Stürme hat Göttel im vergangenen Jahr gezählt. „Und jedes Mal muss danach das gesamte Revier abgefahren werden.“ Dabei könne er nur auf einige wenige erfahrene Helfer zurückgreifen. „Es fehlt aber Personal“.
OB Kessel will den bisherigen Maßnahmenplan für den Wald aktualisieren. „Wir müssen da ran!“, sagte er. Bereits vor Ort verständigte man sich darauf, dass die Fachleute in kürzeren Abständen über die Entwicklung im Waldrevier informieren.