BILDUNGSALARM IN RHEINLAND-PFALZ

30.01.2020

RHEINLAND-PFALZ  Es vergeht schon seit vielen Monaten fast kein Tag, an dem nicht neue Hiobsbotschaften zur Situation an unseren Schulen zu vermelden sind: Brandbriefe von Schulleitern, Überlastungsanzeigen, schlechte Ergebnisse bei IQB-Studien im Bereich Schreiben, Lesen und Naturwissenschaften, hoher Unterrichtsausfall, Lehrermangel, Kritik der Bildungs- und Lehrergewerkschaften füllen die Spalten und sind zu Recht Dauerthemen im Landtag.

 Vor dem Hintergrund einer Studie des Regional-Elternbeirats Koblenz, nach der in Rheinland-Pfalz 2,7 Millionen Unterrichtsstunden ausfallen und rd. 3000 Vollzeit-Lehrkräfte bzw. 4000 Teilzeitkräfte fehlen, haben wir diesen Bereich mit einer Großen Anfrage besonders auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse sind unbefriedigend:
 
·           Die Zahl der Neueinstellungen sind von 1597 im Schuljahr 2014/2015 Jahr für Jahr auf 1217 im Schuljahr 2018/2019 gesunken. Allein in den beiden zurückliegenden Schuljahren sind die Einstellungszahlen im Vergleich zu den um mehr als 300 Stellen pro Jahr gesunken!
 
·           Die Zahl der Absolventen des ersten Staatsexamens im Lehramt Master an Grundschulen ist von 604 (in 2014) auf 459 Absolventen (in 2018) gesunken.
 
·           Die Zahl der Absolventen des zweiten Staatsexamens an Grundschulen bleibt ist im Zeitraum 2013 bis 2018 ungefähr gleich geblieben - bei rund 400 Absolventen. Das schafft Probleme angesichts starker Geburtenjahrgänge, kleinerer Klassen und zusätzlicher Anforderungen z.B. durch die Sprachförderung.
 
·           Die Zahl der Absolventen des zweiten Staatsexamens für Realschulen bzw. Realschulen plus hat sich von 2013 an bis 2018 mehr als halbiert. (325 in 2013, 153 in 2018) Die entsprechende Zahl der neu ausgebildeten Förderschullehrer ist nur konstant geblieben, obwohl gerade an den Förderschulen ein sehr großer Personalbedarf besteht
 
Für uns steht fest: Diese Landesregierung unternimmt viel zu wenig, um die Situation an den Schulen in Rheinland-Pfalz zu verbessern. Das werden wir ihr so nicht durchgehen lassen!