CDU-Innenstadtverband: Besondere Lösungen für besondere Zeiten

Wormser CDU-Innenstadtverband ermöglicht offene Vorstandsarbeit trotz Corona-Krise per Video-Schalte / Online-Bürgerstammtisch für alle geplant/ Scharfe Kritik an Krisenmanagement der Landesregierung

02.06.2020
Das Bildschirmfoto der Online-Sitzung zeigt Peter Scholze, Jeannine Emans-Heischling, und Benno Benz (im Uhrzeigersinn). Foto: Peter Scholze
Das Bildschirmfoto der Online-Sitzung zeigt Peter Scholze, Jeannine Emans-Heischling, und Benno Benz (im Uhrzeigersinn). Foto: Peter Scholze

 WORMS Besondere Zeiten bedürfen besonderer Lösungen. Das hat sich der Wormser CDU Innenstadtverband gedacht, der sich als sehr aufgeschlossener Verband sieht und die Anlaufschwelle für Interessierte möglichst niedrig halten will – auch für Interessierte ohne CDU-Parteibuch. 

Die jüngste Aktion war gleichzeitig ein Testlauf in der Kontakt-beschränkten Corona-Zeit: eine offene Vorstandssitzung, an der alle Wormser Christdemokraten Gelegenheit hatten, mitzudiskutieren – und zwar ansteckungsfrei per Online-Zugang und auf Wunsch sogar per Video-Schalte.
 Mit dem Ergebnis dieser ersten, 90-minütigen Online-Sitzung war die Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Innenstadt, Bettina Kruse-Schauer, rundum zufrieden und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch in technischer Hinsicht. Der Ortsverband überlegt daher nun, das Experiment weiter auszuweiten auf den Bürgerstammtisch des CDU-Innenstadtverbands – ein Format, das sich regelmäßig an alle Interessierten richtet, also nicht nur an Mitglieder der Union. Dieser Bürgerstammtisch findet immer in den „geraden“ Monaten statt – also als Nächstes wieder im Juni, August und Oktober.  „Wenn wir wieder eine so gute technische Unterstützung bekommen, können wir dafür bald einen Termin ausgucken“, sagte Kruse-Schauer. Rückendeckung bekommt sie auch von der Wormser CDU-Vorsitzenden, Stephanie Lohr, die dieses zeitgemäße Veranstaltungsformat und den offenen Ansatz begrüßt: „Interessierte sind bei uns immer willkommen!“, fasst die Wormser CDU-Chefin zusammen.  
Bei der offenen Online-Vorstandssitzung hatten sich Interessierte sogar ganz ohne Voranmeldung einwählen können. Möglich gemacht hatte die besondere Art der Zusammenkunft IT-Experte Peter Scholze, der auch selbst dem Wormser CDU-Innenstadtverband angehört. Für ihn gab es von Kruse-Schauer viel Lob: „Wir haben einen  Berg von Themen besprochen und das hat gut funktioniert!“. Zwar hatten vor allem Mitglieder, die auch sonst sehr aktiv sind im CDU-Innenstadtverband, von dem neuen Angebot Gebrauch gemacht. Doch nutzten davon fünf Teilnehmer auch gleich das Komplett-Paket mit Video. Und ein Vorstandsmitglied hatte sich sogar aus dem Urlaub eingewählt, um dabei zu sein. 
Inhaltlich ging es vor allem um die Folgen der Corona-Pandemie für das wirtschaftliche und kulturelle Leben in Worms. Zur Sprache kam vor allem die schwierige wirtschaftliche Situation für die Branchen, die besonders hart betroffen sind, etwa Gastgewerbe, Schausteller und Messebau. Mit Sorge blickt der CDU-Innenstadtverband auf eine möglicherweise drohende Schließung der Kaufhof-Filiale. „Das hätte ganz erhebliche Auswirkungen auf den Wormser Einkaufsstandort Innenstadt!“, warnt Kruse-Schauer.
 
Scharfe Kritik übt der CDU-Innenstadtverband am Krisenmanagement, das die Landesregierung in diesen Tagen gezeigt hat: „Damit sind wir gar nicht zufrieden!“, erklärt Kruse-Schauer. „Es fehlen geeignete landeseigene Hilfsprogramme für Unternehmen“. Negative Auswirkungen seien auch in Worms vor allem im Zentrum, in der Innenstadt, zu spüren. Mehr Unterstützung hätte der CDU-Innenstadtverband vom Land aber auch bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs erwartet: „Hier gab es nur in Eigenregie Hygienekonzepte“, sagt Bettina-Kruse Schauer. Ein weiteres Thema war auch die Umsetzung der Bundessoforthilfen für Unternehmen.