Gute Lösungen für Umwelt und Klima

MdL Stephanie Lohr will mit möglichst allen Beteiligten sprechen / Besuch beim Wormser Umweltamt

23.09.2020
MdL Stephanie Lohr (2.v.li.) freut sich über den Austausch mit Abteilungsleiter Joachim Knopp und den Sachbearbeitern Wolfgang Reich und Jutta Zimmermann (v.li.). Foto: Stadt Worms/ Abteilung 3.05
MdL Stephanie Lohr (2.v.li.) freut sich über den Austausch mit Abteilungsleiter Joachim Knopp und den Sachbearbeitern Wolfgang Reich und Jutta Zimmermann (v.li.). Foto: Stadt Worms/ Abteilung 3.05

 WORMS Wie kann der Umwelt- und Klimaschutz in Worms weiter vorangebracht werden? Darüber hat sich die Wormser Landtagsabgeordnete Stephanie Lohr, jüngst mit Mitarbeitern des Wormser Umweltamts (offiziell: Abteilung 3.05 - Umweltschutz und Landwirtschaft) intensiv ausgetauscht. „Mehr miteinander reden, anstatt übereinander“, lautet Lohrs Motto, das sich die Abgeordnete auch für ihre Funktion im Landtag als umweltpolitische Sprecherin der CDU gegeben hat:

 „Aufklären, informieren und gemeinsam Lösungen entwickeln – das gelingt am besten, wenn man miteinander spricht“, sagt Lohr. Sie will daher mit möglichst allen Beteiligten über die aktuellen Fragen der Umwelt- und Klimapolitik ins Gespräch kommen. „Und als Wormserin ist da natürlich mein erster Ansprechpartner die für Worms zuständige Umweltbehörde.“
Abteilungsleiter Joachim Knopp, die Sachbearbeiter Wolfgang Reich und Jutta Zimmermann von der unteren Naturschutzbehörde schilderten Lohr die Folgen von Trockenheit und Hitze für die Gewässer, den Wald, die Tier- und Pflanzenvielfalt. „Wir sehen die Schäden jeden Tag“, sagten sie und nahmen dabei besonders das Wormser Wäldchen, die Herrnsheimer Klauern und die Wormser Feuchtgebiete  in den Blick. Auch Tiere litten. „Gerade die auf nasse/feuchte Standorte angewiesenen Arten  wie Gras- und Moorfrösche finden wir immer seltener.“ Das Artensterben ist schon längst auch in Worms angekommen. Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz stellen keine Luxusaufgabe dar, sondern sind existentiell und so dringlich wie der Klimaschutz für die Menschheit. Gleichwohl werde in Worms viel für die Biodiversität getan. So hat die Stadt im Rahmen des Gewässerschutzprojekts „Aktion Blau“ zahlreiche Flächen zur Renaturierung angekauft . Knopp, Reich und Zimmermann berichteten, wie bei der Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen auch der Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Worms (ebwo) mitwirkt. Über diese Zusammenarbeit hatte sich Lohr schon im Juli ein Bild machen können, als sie den ebwo besuchte. „Diese Verbindung gefällt mir sehr gut“, sagte sie und würdigte auch, dass zudem die Bundesagentur für Arbeit einbezogen wird. Lohr beschrieb eine Eingliederungsmaßnahme (Agh-Arbeitsgelegenheit), bei der Arbeitssuchende in der Landschaftspflege beim ebwo mithelfen. „Das Engagement dieser Gruppe um Martin Heppener hat mich beeindruckt!“, lobte Lohr. „Ich würde mir wünschen, dass solche Programme noch ausgebaut werden“.
 Einen ganz entscheidenden Faktor, um Folgen des Klimawandels einzudämmen, sieht Lohr in der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. „Wir merken, dass die Förderprogramme von Bund und Land wirken,“ sagte Lohr und stellt bei Landwirten wachsendes Interesse an Umweltschutzmaßnahmen fest. Auch die Bereitschaft zu artenschonender Bewirtschaftung steige. „Wenn sich Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutzbehörden noch intensiver austauschen, können sie noch mehr gemeinsame Lösungen entwickeln“, ist Lohr sicher. Die Voraussetzungen seien gut. „Der Wille ist auf allen Seiten da – offene Fragen und unterschiedliche Haltungen gibt es nur bei der Umsetzung.“ Aus Gesprächen mit Landwirten berichtete Lohr: „Viele fühlen sich an den Pranger gestellt und wünschen sich mehr Verständnis.“ Mehr Arten- und Umweltschutz bringe meist Ertragseinbußen, was in Augen der Landwirte oft nur über höhere Preise oder durch Subventionen auszugleichen ist.  Der Naturschutz sieht zur Erhaltung der Biodiversität in der Agrarlandschaft die Agrarpolitik gefordert. „Wir brauchen eine nachhaltige Landwirtschaft und eine vielfältige Kulturlandschaft, um die Biodiversitätskrise, in der wir uns bereits befinden, zu stoppen“, so die Aussagen der Mitarbeiter der städtischen Umweltabteilung.
Auch den Jägern kommt laut Lohr eine besondere Rolle beim Naturschutz zu. „Die Jäger schützen den Wildbestand und sorgen dafür, dass Rotwild und Schwarzwild nicht die Wälder und Weinberge kahlfressen.“ Insbesondere der Verbiss durch das Rotwild sei derzeit schlimm, schilderte sie ein Problem, das sie auch im Landtag beschäftige. „Die Millionen, die wir derzeit für die Wiederaufforstung investieren, werden buchstäblich weggefressen.“
Lohr zufolge bedeutet das alles viel Arbeit auch für die Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden, weil diese koordinieren, aufklären und überwachen müssen. Knopp, Reich und Zimmermann sagten, dass sie diese Aufgaben gern und gewissenhaft übernehmen. „Wir brauchen dafür aber auch ausreichend Personal und finanzielle Mittel.“ Knopps Wunsch an die Politik lautete deshalb, die Umweltbehörden, aber auch das Landesamt für Umwelt entsprechend auszustatten.