„Gegen blinde Zerstörungswut helfen nur offene Augen und Ohren“

AUS DER NACHBARSCHAFT -- MdB Jan Metzler und Natalie Bauernschmitt wollen Sensibilität wecken gegen Vandalismus und illegale Müllentsorgung

26.10.2020, 12:29 Uhr
Metzler: Das Problem hat gerade in den letzten Monaten, im Jahr der Pandemie, noch einmal zugenommen. Foto: Koch
Metzler: Das Problem hat gerade in den letzten Monaten, im Jahr der Pandemie, noch einmal zugenommen. Foto: Koch

 ALZEY/VG-WÖRRSTADT „Gegen blinde Zerstörungswut helfen vor allem offene Augen und offene Ohren!“, sagen der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler und Natalie Bauernschmitt, die Landtagskandidatin der CDU für Alzey. Sie wollen Mitbürgerinnen und Mitbürger sensibel machen für ein Thema, das  –  wie sie feststellen müssen und aus Bürgergesprächen erfahren haben – größer wird.

 Ob zerstochene Reifen, zerritzte Bänke oder zerstörte Schilder, ob zerbrochene Flaschen, verwüstete Spielgeräte oder brennende Müllcontainer, ob zugemüllte oder von Graffitis beschmierte Flächen im öffentlichen Raum – all dies stellt demnach ein ernst zu nehmendes Problem dar nicht nur in dunklen Ecken von Großstädten, wie man es vermuten könnte, sondern auch mitten im lebensfrohen Rheinhessen. 
Metzler und Bauernschmitt haben sich hierüber jüngst auch mit dem Wörrstädter VG-Chef Markus Conrad  ausgetauscht. Ihr Fazit: das Problem hat gerade in den letzten Monaten, im Jahr der Pandemie, noch einmal zugenommen. Conrad spricht von einer regelrechten „Serie“ in seiner VG. Als Beispiel, an dem sich das mit einem Klick nachverfolgen lässt, verweist er auf die Facebook-Seite von Saulheims Ortsbürgermeister Martin Fölix, der solche Fälle in seiner Gemeinde dokumentiert hat. Jüngstes Beispiel sei die Zerstörung der Meerjungfrau-Skulptur in Wallertheim (die Presse berichtete). Auch andere Pressemeldungen aus den letzten Monaten legen diesen Schluss nahe. Und nicht zuletzt ein Blick in die Statistik: Knapp 300 gemeldete Fälle von illegal entsorgtem Unrat hat es im Landkreis Alzey-Worms sowie der Kreisstadt Alzey gegeben bis Ende September – und damit ist die Anzahl aus dem Vorjahr (285) bereits klar überschritten.
Die Gründe mögen vielseitig sein. Doch unabhängig davon, ob nun Nachlässigkeit, Rücksichtslosigkeit oder einfach nur Langeweile zu Corona-Zeiten im Spiel ist: „Hinnehmbar ist das Verhalten nicht!“, sagen Metzler und Bauernschmitt. „Zumal es ja nicht selten auch eine teure Zerstörungswut ist, für die alle Bürgerinnen und Bürger zahlen müssen, etwa über die Müllgebühren“. Gleichwohl wissen beide: die Täter bleiben viel zu oft unerkannt. 
Wie lässt sich da gegensteuern? Metzler sieht zwei Strategien: Zum einen müssen die Vorfälle auch wirklich bei der Polizei oder dem Ordnungsamt gemeldet werden. Dazu brauche es manchmal Zivilcourage und Mut. „Vandalismus und illegale Müllentsorgung sind keine Kavaliersdelikte!“. Zum anderen wünscht er sich, dass bürgerlichers Engagement nicht nachlässt. „Jährliche Aufräumaktionen, wie beispielsweise das Rhine clean up, liefern dabei einen wichtigen Beitrag“, so Metzler. Er spricht dabei aus eigener Erfahrung. Seit vielen Jahren packt er regelmäßig bei Müll-Sammelaktionen mit an. Auch in diesem Jahr hat er schon mehrere Einsätze dieser Art gehabt, hat in Parks und am Rheinufer Müll weggeschafft und Graffi-Schmierereien übermalt. 
Bauernschmitt, die übrigens einen Abschluss der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in der Tasche hat und unter anderem auch als Mitglied des Stadtvorstands in Alzey und der CDU-Kreistagsfraktion das Thema sehr genau auf dem Schirm hat, bestätigt, wie wichtig diese schnelle Beseitigung ist: „Damit nicht das passiert, was Kriminalisten „Broken glass“-Phänomen nennen – denn dort, wo zerstörte, von Vandalismus betroffene Stellen sind, kommt sonst bald noch mehr Vandalismus dazu.“ Beide schließen mit einem herzlichen Dank an alle Entsorgungsbetriebe und Bauhöfe für Ihren unermüdlichen, täglichen, Einsatz.