Chaos beim Homeschooling

Schulen sollen selbst entscheiden können, mit welchem Programm der Unterricht zu Hause laufen soll

16.01.2021, 17:53 Uhr

 Seit gut zwei Wochen läuft nun in Rheinland-Pfalz der Schulunterricht im Home-Schooling, doch es klemmt und harkt nach wie vor fast überall. Lehrer, Eltern und vor allem die Schüler sind genervt und demotiviert, weil nichts geht. Die Beschwerden bei den Mitgliedern der CDU-Stadtratsfraktion nehmen kein Ende.

 „Nach dem misslungenen und zum Teil chaotischen Schulstart zu Jahresbeginn wurden Nachbesserungen und Kapazitätsaufrüstungen angekündigt, doch die Plattformen „Moodle“, „Big Blue Button“ (BBB) und „Sdui“ laufen immer noch nicht zufriedenstellend,“ berichtet die Vorsitzende des Stadt-Schulelternbeirats Jeanine Emans-Heischling. Teilnehmer fallen nach wie vor aus dem System, müssen neu hochladen oder starten, das alles kostet Zeit und Energie, die die Schüler wahrlich besser einsetzen könnten. Bei „Sdui“ können sogar nur wenige bis gar keine Konferenzen bzw. Schüler-Lehrertreffen durchgeführt werden. „Was die Landesregierung uns Eltern und auch den Schülern hier zumutet, ist nicht mehr nachvollziehbar,“ fällt Emans-Heischling ein vernichtendes Urteil.
Für Stephanie Lohr, Wormser Landtagsabgeordnete der CDU, geben sich die Schulen wie auch die Lehrer alle Mühe, das System am Laufen zu halten. Die Leitungsfähigkeit von „Moodle“, „BBB“ und „Sdui“ wird nicht nur von Lohr angezweifelt. „Wie weit kann und muss die Kapazität noch ausgebaut werden und besteht ein sicherer Virenschutz?“ fragt sich die Wormser Landtagsabgeordnete. „Wir brauchen für unsere Schüler und Lehrer endlich verlässliche Systeme, damit man sich wieder auf das Vermitteln von Lernstoff konzentrieren kann,“ so Lohr weiter.
Die Vorsitzende des Schulelternbeirats Emans-Heischling fragt sich, warum man zum Beispiel nicht auf das bewährte System von „MS Teams“ umstellen kann. „MS Teams“ läuft weltweit zuverlässig und wird auch von großen Unternehmen genutzt, weil es eben reibungslos funktioniert. Stephanie Lohr hat bereits im Dezember in einem Schreiben an das Kultusministerium in Mainz gefordert, dass man den Schulen mehr Entscheidungsfreiheit und mehr Vertrauen entgegenbringen solle, damit diese für Ihre Schule die passende Lösung umsetzen können. „Wenn sich in den nächsten Tagen bei den von der Landesregierung favorisierten Plattformen nichts Entscheidendes tut, sollten wir ganz schnell auf „MS Teams“ umsteigen. Wir haben durch dieses Hickhack schon viel zu viel wertvolle Zeit verloren,“ sieht Lohr die SPD geführte Landesregierung jetzt eindeutig in der Pflicht, schnell und effektiv zu handeln – zum Wohle von Schülern, Eltern und Lehrern.