CDU-Fraktion begrüßt „Kriemhilds Rosengarten“ von Eichfelder

25.08.2020
Jörg Koch / Foto: CDU Worms
Jörg Koch / Foto: CDU Worms

 Die Nibelungenfestspiele und das Backfischfest fielen zwar in diesem Sommer aus, doch an beide Veranstaltungen wird in wenigen Wochen indirekt erinnert, dann nämlich, wenn am Rheinufer der Spatenstich zu „Kriemhilds Rosengarten“ erfolgt. 

 Einen Rosengarten hatte es in Worms bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben, wie Dr. Jörg Koch, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, erläutert. 1903 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, also der damalige Stadtrat, in Anlehnung an das um 1230 entstandene Lied vom „Rosengarten in Worms“ – einen solchen Rosengarten anzulegen und zwar im Wäldchen, um das Naherholungsgeit aufzuwerten. Ein Rosengartenausschuss unter Vorsitz von Konrad Fischer (1876-1945) organisierte für 1904 das erste „Rosenfest“. Es fand Anfang Juni im Theater statt und bot ein breites Angebot „rund um die Rose“ – „Rosenlieder“, „Rosengedichte“, einen „Rosenbasar“, „wilde Rosen“ etc.; hinzu kamen volkstümliche Musik- und Theateraufführungen. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein Volksfest, bei dem viele Privathäuser und öffentliche Gebäude der Stadt mit Rosen geschmückt waren. 
 
Höhepunkt des 3. Rosenfestes im Juni 1906, für das Großherzog Ernst Ludwig die Schirmherrschaft übernommen hatte, und an dem der bekannte Wormser Komponist Fritz Gernsheim teilnahm, war die Aufführung von Hebbels „Nibelungen“ durch die Schauspieler des Mannheimer Hof- und Nationaltheaters, nachzulesen in Jörg Kochs Buch "Worms vor 100 Jahren".
 
Nach dem „Muster von Bayreuth“ sollten die Rosenfeste „den Namen unserer Stadt in die Lande hinaustragen“ und an den historischen Ort der Nibelungensage erinnern, so die Organisatoren von damals. Anlässlich dieses Festes wurde das Hagendenkmal, eine Schöpfung des Bildhauers Johann Hirth und gestiftet von dem Industriellen und Mäzen Cornelius Wilhelm von Heyl im Wäldchen aufgestellt (seine Umsetzung an den heutigen Standort erfolgte 1932).
 
Doch mit dem 4. „Rosenfest“ im Jahre 1907 endet die kurze Reihe dieses Volksfestes; eine Neuauflage in völlig veränderter Form, wiederum aber initiiert durch den Journalisten und nunmehrigen Verkehrsdirektor Konrad Fischer war dann das „Backfischfest“ 1933. Die ursprüngliche Idee des „Rosenfestes“ dagegen kehrte wieder und manifestiert sich seit 2002 in den (fast) alljährlich stattfindenden „Nibelungenfestspielen“, die Worms inzwischen zu einem „zweites Bayreuth“ gemacht haben.
 
Vor genau drei Jahren, im August 2017, stellte die CDU im Innenstadtausschuss mit Blick auf die Landesausstellung 2021 den Antrag, einen Rosengarten zu installieren. Damals hatte Jörg Koch den Albert-Schulte-Park als Ort vorgesehen, um das Bahnhofsviertel auch für Touristen attraktiver zu machen. Vorgesehen waren, in Anlehnung an 500 Jahre Reichstagsjubiläum, 500 Rosenstöcke. Nun freut er sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen, dass der Künstler Eichfelder für das Rheinufer einen Rosengarten in Form eines Labyrinths entwickelt hat, der als erlebbares, begehbares und sich im Jahreslauf veränderndes Kunstwerk konzipiert ist und der dann im Mai 2021 eröffnet werden soll. Damit entwickelte sich aus der Anregung vor drei Jahren ein weiterer nachhaltiger Beitrag für das Jubiläumsjahr, der zugleich das Rheinufer aufwertet. Koch dankte und beglückwünschte Eichfelder für seine originelle Initiative, die mit städtischen und Landesmitteln gefördert wird und bei der sich die Bevölkerung mittels einer Spende von Rosenstöcken zu je 50 Euro beteiligen kann.