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CDU-Kreisverband Worms-Stadt

„Wir Frauen müssen mehr Netzwerke knüpfen!"

MdL Stephanie Lohr bringt Frauen zusammen zum Thema Gesundheit: Gut durch die Pandemie kommen/ Wünsche an die Politik mitgenommen

WORMS Homeoffice, Haushalt, Homeschooling – gerade in den Corona-Tagen sind Frauen besonders häufig betroffen von Mehrfachbelastungen. Die Wormser Landtagsabgeordnete und CDU Vorsitzende Stephanie Lohr hat daher Frauen zum digitalen Austausch eingeladen unter dem Titel „Frauengesundheit – jetzt geht es um uns!“.
MdL Lohr: Das Thema Frauengesundheit findet in der aktuellen politischen Debatte zu wenig Beachtung - das will ich ändern! Foto: NowickiMdL Lohr: Das Thema Frauengesundheit findet in der aktuellen politischen Debatte zu wenig Beachtung - das will ich ändern! Foto: Nowicki
 Von Ärztinnen, aber auch von der Gleichstellungsstelle Worms, kamen Impulse, um gut durch die Pandemie zu kommen. Lohr nahm außerdem Wünsche an die Politik mit, die an die Abgeordnete herangetragen wurden. „Das Thema Frauengesundheit findet in der aktuellen politischen Debatte zu wenig Beachtung", sagte Lohr. „Das will ich ändern!“.
Etliche Interessierte hatten sich eingeloggt. Sogar Jeannette Wopperer, Lohrs Vorgängerin als Wormser Landtagsabgeordnete, hatte sich aus Barcelona eingewählt. Lohr freute sich über die große Resonanz und regte an, gern regelmäßig Themen in offener Frauenrunde zu besprechen. „Wir Frauen sollten mehr Netzwerke knüpfen!", sagte Lohr. In vielen Bereichen, darunter Politik und Ärzteschaft, gebe es noch immer zu wenig Frauen. Eine Teilnehmerin meinte: „Wir Frauen können alles, aber die Männer haben die Ellbogen“.
Frauenärztin Dr. Christiane KuckatzStephanie Kauschke sagte, in Corona-Zeiten verzichteten zu viele auf die Krebsvorsorge. Rund zehn Prozent mehr schwere Krebserkrankungen würden befürchtet in den nächsten Jahren, weil Krebs erst später entdeckt werde. Von der Politik forderte Kuackatzuschke, mehr Mutter-Kind-Kuren, auch für Jüngere. „Der Bedarf nach Corona wird sehr groß sein.“ Ebenso dürfe die psychologische Betreuung von Kindern erkrankter Eltern nicht vernachlässigt werden.
Allgemeinmedizinerin Sabine Holz berichtete, in diesen Tagen wachse das Bedürfnis nach Gesprächen bei Patienten. Sie hob die Bedeutung von Bewegung hervor, die in diesen Tagen umso wichtiger sei. Sie warb ebenfalls für die Krebsvorsorge, die Hygienekonzepte in den Arztpraxen seien sehr gut. Die Politik müsse dafür sorgen, dass mehr Patienten auch im Alter und bei Krankheit in häuslicher Umgebung bleiben könnten. Dies werde zu häufig von den Kassen abgelehnt.
Eine Teilnehmerin Kinderärztin und Kinderneurologin Isabella Munk veranschaulichte, viele Frauen müssten mehr von ihrem Anspruchsdenken wegkommen, immer überall 150 Prozent geben zu müssen. „Gönnen Sie sichwir uns auch mal eine Auszeit.“ Statt es stets allen recht machen zu wollen, müssten manche erst lernen „auch ein Stück weit egoistisch sein zu dürfen.“ Gut sei es, Routineaufgaben auch an andere Familienmitglieder abzugeben. „Nur zufriedene, gesunde Frauen sind auch gute Mütter.“ Der Partner müsse mitziehen bei der Kinderbetreuung. „Daher Augen auf bei der Mannwahl“, sagte eine Teilnehmerin  Munk mit einem Augenzwinkern.
Die Ärztinnen waren sich einig, dass die digitale Sprechstunde, auch wenn sie derzeit keine große Rolle spiele, an Bedeutung gewinnen werde. Beklagt wurde, dass in Worms Allgemeinmediziner und Kinderärzte fehlten. Diese beiden Arztgruppen seien auch die am schlechtesten bezahlten, obwohl sie die meiste Zeit am Patienten aufbrächten.
Die frühere Wormser Landtagsabgeordnete Wopperer, die zeitweise in Barcelona lebt, verglich das deutsche mit dem spanischen Gesundheitssystem. Spanien habe zwar eine hervorragende medizinische Versorgung. Wer diese voll nutzen wolle, müsse jedoch teils kräftig dafür zahlen. Die verpflichtende Gesundheitsversicherung, eine Art Bürgerversicherung für alle, reiche oft nicht an die Standards der hiesigen gesetzlichen Krankenversicherung heran.
Schulelternsprecherin Jeanine Emans-Heischling warb dafür, in diesen Tagen besonders aufmerksam zu sein, und zu schauen, wo Kinder litten, zumal auch die Lehrer ihre Schüler nur am Bildschirm sähen. Das Stadtratsmitglied und frisch gebackene Mutter Marion Hartmann beklagte einen Mangel an Hebammen in Worms. Von der Gleichstellungsstelle kam der Appell, Arbeitgeber müssten Arbeitszeiten jetzt noch weiter entzerren und Arbeitsmodelle schaffen, in denen Familien und Beruf vereinbar sind.
Zudem wurden etliche Gesundheitsthemen besprochen, darunter Bluthochdruck und Ernährung, Brustkrebs und Wechseljahre.
„Ich freue mich sehr, dass wir mal die Zeit für uns und unsere Themen hatten,“ fasst Stephanie Lohr die Runde zusammen und dankte allen Teilnehmerinnen für die rege Beteiligung. Auch in den kommenden Wochen wird Stephanie Lohr weitere digitale Gesprächsrunden anbieten. Bereits am 27.2. um 12 Uhr mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und am 5.3. um 16 Uhr mit Kinderärzten zu den Auswirkungen von Corona auf die Gesundheit von Kindern. Interessierte können sich telefonisch (06241/6020) oder per Mail an cdu-worms@t-online.de anmelden.