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CDU-Kreisverband Worms-Stadt

„Altmaier: Jan Metzler wird mich erst in Ruhe lassen, bis das gelöst ist!“

MdB Jan Metzler lädt Wirtschaftsminister Peter Altmaier zum „Abend der Wirtschaft“ nach Worms ein / „Es geht nicht nur um das Wirtschaftliche, es geht um das Menschliche!“

WORMS. „Ich bin überzeugt: Wenn Jan mit einem guten Ergebnis wieder im Bundestag ist, dann wird er alle Dinge, die Sie bedrücken, mir immer wieder aufs Brot schmieren, und mich so lange nicht in Ruhe lassen, bis das gelöst ist!“.
MdB Jan Metzler (rechts) bedankt sich bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich bei den Wormserinnen und Wormsern sichtlich wohl gefühlt hat, für den Besuch. Foto: Jens Kowalski MdB Jan Metzler (rechts) bedankt sich bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich bei den Wormserinnen und Wormsern sichtlich wohl gefühlt hat, für den Besuch. Foto: Jens Kowalski
Das sagte der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier über den rheinhessischen Bundestagsabgeordneten Jan Metzler beim „Abend der Wirtschaft“ mit Repräsentanten aus Worms und der Region in der Kapelle der Wormser Prinz-Carl-Anlage. Dorthin hatte Metzler eingeladen, gemeinsam mit der Mittelstandsvereinigung der CDU Worms (MIT). Der Minister lobte Metzler, der die Veranstaltung moderierte, auch für wirtschaftlichen Sachverstand.
Wormserinnen und Wormser aus Politik und Wirtschaft, darunter auch Vertreter von Stadtvorstand, IHK, Stadtmarketing, DEHOGA sowie etliche Schausteller kamen mit dem Minister ins Gespräch. Besonders die Schausteller schilderten eindringlich ihre Sorgen wegen der unzähligen Pandemie bedingt ausgefallenen Feste: „Herr Altmaier, wir stehen da und sind verzweifelt!“, sagte Rene Bauer vom Schaustellerverband Wonnegau-Worms. „Wann bekommen wir unser altes Leben zurück?“. Miriam Holzderber, von der gleichnamigen Chocolaterie aus Worms, beschrieb die Not anschaulich, obgleich ihr Betrieb gesund und bislang gut durch die Pandemie gekommen sei. Sie schilderte, mit den Tränen kämpfend, wie jahrzehntelange, treue und finanziell stabile Kunden – Schausteller, die ihre Zuckerstände bei ihr ausstatteten – nun aus Geldnot verzweifelt darum bäten, Waren zurückgeben zu dürfen. „Es geht dabei nicht um das Wirtschaftliche“, betonte sie, „es geht um das Menschliche!“.
Gleichwohl zeigten sich die Schausteller sehr dankbar für die geleisteten Hilfen der Bundesregierung. Diese seien, wie Bauer anklingen ließ, sogar im europäischen Vergleich recht hoch. Wie Johann Nock, Stadtratsmitglied und selbst Schausteller, deutlich machte, können dennoch viele Schausteller-Familien ihr Geschäft nur über Wasser halten, indem sie ihre komplette Altersvorsorge aufbrauchen. Altmaier zeigte Lösungen auf, die er aber noch nicht als Zusage verstanden wissen wollte, etwa Steuererleichterungen. „Wir können nicht alles lösen“, räumte er ein, „aber wir versuchen es so gut wir können.“ Auch in persönlicher Runde war im Freien, vor der Kapelle, anschließend Gelegenheit, bei einem Essen von Marktmetzger Peter Hebauer mit dem Minister zu sprechen.
Um die Pandemie medizinisch in den Griff zu bekommen, warb Altmaier dafür, sich impfen zu lassen. „Ich persönlich gehe davon aus, dass wir um einen weiteren Lockdown herumkommen – aber man wird sich dafür einsetzen müssen, das wird nicht automatisch gehen“. Die Wirtschaft wachse, die Arbeitslosigkeit sinke. „Die Aufholjagd geht weiter.“ Altmaier warnte aber davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. „Es gibt weltweit einen riesigen Kampf um Absatzmärkte der Zukunft.“ Grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien, Klimaneutralität und Nachhaltigkeit waren denn auch weitere Themen. „Wir müssen vorangehen!“, fasste der Minister zusammen. „Aber wir müssen auch Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand erhalten“.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Belebung der Innenstädte. „Innenstädte sind nicht nur ein Ort des Kaufens, sondern auch ein Ort der Begegnung“, sagte der Minister. Es müsse wieder mehr Leben und Kultur in die Innenstadt gebracht werden. Wichtig sei auch ein gutes Leerstands-Management. Dem stationären Handel müsse bei der Digitalisierung geholfen werden. „Wenn wir die Innenstädte retten wollen, müssen wir das in großen Umfang anfangen.“ Die bisherigen Programme reichten noch nicht aus. „Das wird die ganz, ganz große Herausforderung für die Politik in den nächsten vier Jahren.“
Ein Gast brachte sein Leben in der Selbständigkeit auf die Formel: „Das ist die geilste Lebensform!“. Umso schlimmer sei es, dass so viele Familienbetriebe Probleme bei der Nachfolge hätten. Altmaier warb für mehr Wertschätzung des Unternehmertums. Marktwirtschaft brauche beide Seiten: „Wenn es keine Unternehmer gibt, dann sind die Konsumente auch nicht zufrieden, sondern verraten und verkauft.“ Er befürwortete es, dass Unternehmer auch direkt in Schulklassen gehen, um Mut für den Schritt in die Selbständigkeit zu machen.  
Altmaier skizzierte die Pläne der CDU: Man werde Geld bereitstellen, um mit Corona fertig zu werden, um die Flutkatastrophe und die Energiewende zu bezahlen. Entscheidend seien auch „Investitionen in die Bereiche, die für das Überleben der deutschen Wirtschaft im globalen Maßstab und für die Erhaltung der Arbeitsplätze nötig sind.“
„Ich habe einiges mit nachhause genommen“, versicherte Altmaier, „ganz sicher auch, dass es um menschliche Schicksale geht.“