CDU-Kreisverband Worms-Stadt

CDU-Pfeddersheim will hausärztliche Versorgung vor Ort sicherstellen

Lösungsansätze aufgezeigt / CDU-Vorsitzende Langner: Politik auch vor Ort gefragt / Bis 2020 alle derzeitigen Pfeddersheimer Hausärzte in Ruhestand / Nachfolge schwierig

PFEDDERSHEIM Hausärzte auf dem Land werden knapp. Und auch wenn sich die Pfeddersheimer eigentlich eher als Stadt sehen, ändert das nichts an der Tatsache, dass es im Wormser Vorort ernst wird in diesem Punkt. Von den vier ansässigen Hausärzten werden bis 2020 alle im Ruhestand sein. Nachfolger zu finden ist schwierig. Dr. Ralph Treichel, einer dieser Hausärzte, sucht jetzt schon händeringend – bislang vergebens. Die CDU-Pfeddersheim hat Lösungsansätze aufgezeigt.
CDU-Vorsitzende Michaela Langner: CDU-Vorsitzende Michaela Langner: "Es ist wichtig, dass wir jetzt in einen Dialog eingestiegen sind. Auch die Politik vor Ort kann etwas tun."
Vorsitzende Michaela Langner holte dazu Pfeddersheimer Ärzte, Bürger, sowie CDU-Ortsbeiratsmitglieder und Kandidaten an einen Tisch. Bis 2020 werden in Rheinland-Pfalz über 50 Prozent der jetzt noch praktizierenden Hausärzte im Ruhestand sein, in Worms sogar 60 Prozent. „Wo die Nachfolger herkommen sollen, weiß ich nicht“, sagte Francisco Reguillo, einer der Hausärzte in Pfeddersheim. Gestiegene Bürokratie, enge Budgets und die Angst vor Regressansprüchen der Krankenkassen, wenn Ärzte ihr Budget überschreiten, wurden als Gründe genannt, warum junge Ärzte lieber ein Angestellten-Verhältnis oder eine Facharzt-Ausbildung vorziehen, statt das Risiko einer eigenen Hausarztpraxis auf sich zu nehmen. Daniel Sattler, ein junger Mediziner aus Pfeddersheim, der sich in der Facharztausbildung zum Anästhesisten am Klinikum befindet, nannte einen weiteren Grund: „Im Studium spielt das Thema Hausarzt eine untergeordnete Rolle“. Schon jetzt machen sich die Praxisschließungen in Heppenheim und Offstein in Pfeddersheim bemerkbar, wo die Praxen voller werden. Mit weiteren Schließungen wird in den nächsten zehn Jahren auch in den Nachbar-Orten Leiselheim und Monsheim gerechnet. Der bundesweite Trend geht hin zu Ärztehäusern, Polikliniken, Ärztezentren. Die Wege zum Hausarzt werden also eher weiter, die Praxen voller. Lässt sich ärztliche Versorgung mit Hausärzten in Pfeddersheim trotzdem sicherstellen? Hierzu fand die CDU Ansätze: Abbau der Bürokratie, Stärkung der Rolle der Hausärzte, finanzielle Anreize und mehr Gewicht auf die Hausarzt-Ausbildung im Studium. „Hausärzte sollen außerdem über Budgets für Hausärzte, Fachärzte für Fachärzte entscheiden“, forderten die beiden anwesenden Mediziner. Langner sagte, Rahmenbedingungen müssten verbessert werden, um Hausärzte lokal zu binden. So könnten von Kommunen Immobilien zur Verfügung gestellt werden, so dass Mediziner frei gewordene Ressourcen in ein professionelles Management fließen lassen können, das Bürokratie übernimmt. Eine andere Möglichkeit sei, in Pfeddersheim eine große Praxis vorzuhalten und diese Praxis mit einem Management auszustatten, so dass Mediziner nur rein ärztlich tätig sein können. „Wir müssen noch mehr Partner gewinnen und den Dialog ergebnisorientiert fortsetzen“, fasste Langner zusammen.